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DM Bahn Oberhausen


Start 4er-Mannschaftsverfolgung - DM Bahn

Vier fantastische Tage

Mit dem Ziel, fünf Goldmedaillen zu gewinnen, startete ich in vier fantastische Wettkampftage.

1. Tag

Am Mittwochmorgen war ich sehr nervös, weil ich heuer erst ein paar wenige 2000m-Wettkämpfe gefahren bin. Wichtig für mich war vor allem das Erreichen der Quali-Zeit für die Weltmeisterschaft in Glasgow im August. Die Zeit auf Beton für die Einerverfolgung liegt bei 2:35 min. Allerdings war ich sehr skeptisch, ob ich die Qualifikation erreichen kann, weil bereits am Vortag starker Gegenwind auf der Gegengerade wehte.

Am Wettkampftag nahm der Wind glücklicherweise etwas ab und ich qualifizierte mich mit 2:34 min sowohl für die WM als auch für das große Finale mit absoluter Bestzeit. 
Das Finale war erst für Donnerstagabend angesetzt und so konzentrierte ich mich vorerst einmal auf das 500m-Zeitfahren am Abend. Weil mit Doreen Heinze die beste deutsche Sprinterin im Nachwuchsbereich bei der EM startete, durfte ich durchaus auf den Titel hoffen. Als letzte Starterin konnte ich mich auf die anderen Zeiten einstellen und durfte nach einem guten Start nach 1,5 Runden meine erste Goldmedaille dieser Woche feiern.

2. Tag

Der Donnerstag war geprägt von endlos scheinendem Warten. Da unser Hotel 25 km von der Bahn entfernt lag, entschieden wir, bereits am Vormittag nach Oberhausen zu fahren und dort die morgendliche KB-Runde zu drehen. Der Tag zog sich dadurch aber zusätzlich in die Länge, auch weil ich wieder sehr nervös war. Dass die Nervosität unbegründet war, zeigte sich kurz nach 18:00 Uhr. Mit derselben Zeit wie im Vorlauf siegte ich wieder mit 4 Sekunden Vorsprung auf Tatjana Paller aus Holzkirchen. Das rein bayerische Podest machte Gudrun Stock mit einem Sieg im kleinen Finale perfekt.

3. Tag

Am dritten Tag stand der Höhepunkt der Woche an: die Mannschaftsverfolgung. Die Qualifikation für das Finale war Pflicht und mit sechs Sekunden Vorsprung, aber mit einer Zeit von 3:51 min waren wir dann doch nicht wirklich zufrieden. Am Abend im Finale wussten wir, dass wir uns nochmal reinhängen und unsere Qualifikationszeit um einiges verbessern mussten. Trotz eines Wechselfehlers, nach dem eine Fahrerin den Kontakt zu uns verloren hat, was die nächste nach ihrem Wechsel zu spät mitbekommen hat, sodass wir für eine halbe Runde das Tempo verringert hatten, konnten wir unsere Finalgegner aus Württemberg fast noch einholen und siegten mit einer wirklich tollen Zeit von 3:44 min.

4. Tag

Am letzten Tag warteten bei optimalem Verlauf noch drei Starts auf mich. Nachdem meine Vereinskollegin Sabina Ossyra über die Silbermedaille im Sprint am Vortag sehr enttäuscht war, waren wir zusätzlich für den Teamsprint motiviert. Ich selbst hatte deswegen schon ein bisschen Angst, durch einen schlechten Start Sabina die Chance auf einen Sieg zu nehmen. Der Start klappte allerdings perfekt und wir qualifizierten uns mit Laufbestzeit für das große Finale. 
Im Finale setzten wir noch eins drauf und führten durch eine tolle erste Runde von Sabina bereits beim Wechsel mit einer Sekunde. Diese Nachricht erhielt ich über die Stadionlautsprecher und kämpfte mich mit aller Kraft Richtung Ziellinie, um Sabina ihren ersten Deutschen Meistertitel zu ermöglichen. Es klappte und die Erleichterung Freude über die gemeinsam gewonnene Meisterschaft war riesig.

Nur eine gute halbe Stunde später stand noch das Punktefahren auf dem Programm. Weil nur wenige Frauen gemeldet hatten, starteten sie mit uns zusammen, was zu einem schnellen Rennen bei hohen Temperaturen führte. Ich musste wirklich leiden, doch meine Schnelligkeit im Sprint reichte zum Glück für meinen 20. Deutschen Meistertitel. Nach dem offensiven Rennen war ich so kaputt, dass ich erst einmal 5 Minuten Zeit brauchte bis ich überhaupt begriff, dass ich gewonnen hatte. Die Freude war dann natürlich umso größer.

Alles in allem ging somit eine anstrengende, wegen der vielen Zuschauer aber auch eine tolle Woche vorbei und macht mich zuversichtlich für die Weltmeisterschaften, auf die ich mich ab 22. Juli in Erfurt vorbereiten werde.


Siegerehrung Mannschaftsverfolgung - DM Bahn