Logo Anna Knauer

Deutsche Meisterschaft 1er-Straße Elxleben


Sieg bei der DM 1er Straße in Elxleben

Der Traum ist wahr!

Ich kann mich noch gut erinnern, als ich im Winter zu meinem Papa gesagt hab, dass ich die Deutsche Meisterschaft in Elxleben am liebsten als Solistin gewinnen würde. Nach den teilweise katastrophalen Ergebnissen im Frühjahr, war dieser Traum aber in die allerletzten Schubladen meines Gehirns verschwunden. Dass ich das Kunststück dieser besonderen Titelverteidigung jetzt aber doch geschafft habe, ist einfach nur unglaublich!


Dabei fing das Wochenende gar nicht so vielversprechend an. Bei der Vorbelastung hatte ich das Gefühl in den Beinen, als hätte ich einen Muskelkater und war deswegen ziemlich angespannt, was den Rennverlauf am nächsten Tag anging.

Am Sonntag spielte mir dann aber so ziemlich alle in die Karten: Das warme Wetter, der späte Start und natürlich meine absolute Lieblingsstrecke. Der Rennverlauf ist eigentlich ziemlich schnell erzählt: Die ersten zwei Runden glichen einer Kaffeefahrt (trotzdem bin ich meinen zwei RRSV-Mädls Sofie und Sabina sehr dankbar, dass sie mich auf der Geraden vor dem Gegenwind geschützt haben!!) und in der dritten von sieben Runden konnte ich dann nicht mehr still halten und setzte an der ersten steilen Stelle des knapp 2 Kilometer langen Berges die entscheidende Attacke.

Dadurch bildete sich eine vierköpfige Spitzengruppe mit drei Bayern (Tatjana Paller, Gudrun Stock und ich) und Lisa Klein aus der Pfalz. Bereits in der vierten Runde merkte ich, dass ich den anderen drei am Berg überlegen war und konnte vergleichsweise entspannt über den Anstieg ziehen. Zu diesem Zeitpunkt erinnerte ich mich auch wieder an meinen Traum. Ich sprach mich also mit Tatjana und Gudrun ab, damit sie, falls ich doch wieder eingeholt werden würde, sich die Kräfte sparen konnten, die Lisa durch die Verfolgung verwenden musste und die Goldmedaille dann im Sprint wenigstens nach Bayern holen konnten. 
Doch meine Attacke in der letzten Runde saß und Lisa war erstmal geschockt, dass ich noch die Kraft hatte um nochmal anzutreten, dass es einige Zeit dauerte, bis sie reagieren konnte und die Verfolgung aufnahm.

Kurz vor der Kuppe war der Vorsprung allerdings wieder ziemlich geschmolzen und ich wusste, dass ich jetzt wirklich alles, was ich hatte auf die Straße zaubern musste, um das Ziel zu erreichen. 1000 Meter vor dem Ziel erhielt ich dann die rettende Info, dass ich 30 Sekunden Vorsprung hatte und konnte den Zieleinlauf in aller Ruhe genießen.

Um zu begreifen, was ich da geleistet hatte, musste ich erstmal eine Nacht schlafen. Jetzt bin ich aber überglücklich und doch ein klein wenig traurig, weil meine letzte Nachwuchsmeisterschaft auf der Straße jetzt Geschichte ist. Im nächsten Jahr werde ich ohne Druck am Start zur Deutschen Meisterschaft stehen, weil ich gegen die Frauen-Elite erst um einen Platz im Feld kämpfen muss.


Deswegen heißt jetzt die Devise: GENIESSEN UND FREUEN ÜBER MEINEN INSGESAMT 15. DEUTSCHEN MEISTERTITEL!!!

Das Ergebnis mit Zeitabständen