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Drentse 8


Während ich mich am Sonntag noch relativ unbesorgt damit abgefunden habe, dass ich aus dem Rennen genommen wurde, weil ich einfach einen schlechten Tag erwischt hatte, sitzt die Enttäuschung über das heutige Rennen doch sehr tief.

Ich war am Morgen mit einer sehr guten Mischung aus etwas Nervosität und Selbstvertrauen in das Rennen gestartet. Ich hatte mir wirklich sehr fest vorgenommen, dass ich dieses Rennen in der ersten großen Gruppe beenden würde. Und auch auf den ersten knapp 60 Kilometern behielt ich dieses Ziel fest im Auge, da meine Beine sich wirklich gut anfühlten. So fand ich mich trotz eines SEHR hektischen Rennens perfekt unter den ersten 10 Fahrerinnen positioniert wieder, als die erste Kopfsteinpflasterpassage anstand.

Doch hier begann dann das Desaster. Die Kraft, die ich heute durch kluges Fahren im Feld und eine gute Tagesform eigentlich noch in den Beinen hatte, wollte sich einfach nicht auf die Pedale übertragend. Das hieß, dass eine Fahrerin nach der anderen an mir vorbeifuhr und ich nichts mehr tun konnte als ihnen verzweifelt hinterherzuschauen. Am Ende der nicht enden wollenden Walddurchfahrt, als ich wieder normalen Asphalt unter den Reifen hatte, waren es allerdings nur wenige hundert Meter zur ersten Gruppe, die sich auf der langen Geraden, auf der leider Gegenwind herrschte, gerade wieder zusammenfand. Ich fiel also in die zweite Gruppe zurück und das Spiel auf dem Kopfsteinpflaster begann von vorne. Ich war wieder als eine der ersten im Wald, konnte da sogar die Führung übernehmen (was sich aber leider als Fehler herausstellte) und wurde, je länger diese Walddurchfahrt dauerte immer langsamer und so auch von dieser Gruppe abgehängt. Diesmal fehlten mir sogar nur knapp 100 Meter, doch starkes Seitenstechen hinderte mich erst einmal daran, das Tempo hoch genug zu halten. Als das wieder einigermaßen möglich war, versuchte ich nochmal von Auto zu Auto zu springen, doch das war leider nicht mehr möglich. Als mich dann alle Begleitfahrzeuge überholt hatten, war ich schon fertig mit meinem Rennen, da ich bereits vor den abschließenden kleinen Runden aus dem Rennen genommen wurde. Und das, obwohl ich mir eigentlich vorgenommen hatte, die komplette Distanz in der Spitze zu bleiben.

Für mich heißt das in den nächsten Wochen, die ich wieder zu Hause verbringe: Kopfsteinpflastertraining! Also liebe Eichstätter: bitte nicht wundern, wenn ab sofort eine in orange/weiß/schwarz gekleidete Irre gefühlte 100 Mal die Innenstadt umkreist – wobei das Pflaster am Residenzplatz ja schon fast Luxus ist, verglichen mit dem, was wir heute befahren durften.

Hier noch eine kleine Zusammenfassung, die zumindest ansatzweise einen Einblick gewährt, was wir heute mit dem Rennrad befahren haben, normale Leute aber höchstens mit einem Mountainbike in Erwägung ziehen würden.