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Le Samyn


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Sonne und für ein belgisches Frühjahrsrennen durchaus angenehme Temperaturen erwarteten uns beim Start zu „Le Samyn“.

Mit der Vorgabe, das Rennen so hart wie möglich zu gestalten und möglichst eine Fahrerin in einer Spitzengruppe ins Ziel zu bringen, starteten wir bereits nach 14 Kilometern den Versuch, das Feld auf der Windkante auseinanderzunehmen. Leider machten uns zu wenig Wind und Bäume am Straßenrand einen Strich durch die Rechnung und wir mussten die Aktion ohne Erfolg wieder beenden.

Das erste Mal an der Zielgeraden angekommen, musste ich erkennen, dass ich auch dieses Rennen nicht in einer der vorderen Gruppen beenden würde. Deswegen nahm ich mir vor, noch so viel wie möglich zu tun, um meine Teamkolleginnen zu entlasten. Das hieß erst mal möglichst weit vorne in den Kopfsteinpflasteranstieg der ca. 20 Kilometer langen Runde hineinzufahren um danach noch genug Platz nach hinten zu haben und wieder ins Feld einsteigen zu können. Doch ich war wirklich schon so angeschlagen durch die Arbeit vorher und das hohe Tempo, dass ich wusste, dass die nächste Tempoverschärfung wahrscheinlich die letzte sein würde, die ich im Feld überleben kann. Deswegen fragte ich nach diesem Anstieg bei einer meiner Teamkolleginnen nach, ob ich noch etwas tun könnte. Ich sollte daraufhin versuchen, die gerade ununterbrochen aufeinanderfolgenden Attacken mitzugehen.

Auch diese Aufgabe konnte ich gut meistern, verschoss da aber wie erwartet meine letzten Körner. Auf der Zielgeraden verlor ich also den Anschluss ans Feld. Ich versuchte zwar noch eine halbe Runde lang, das Loch wieder zu schließen, doch dann konzentrierte sich unsere anfangs noch kleine, zum Schluss aber immer größer werdende Gruppe vor allem darauf, das Rennen beenden zu können. Der Rest des Rennens war also relativ ruhig, doch aufgrund meiner anfänglichen Arbeit war ich am Ende durchaus kaputt, aber auch zufrieden. Als ich beim Betreten der Dusche dann sofort von meinen Teamkolleginnen für meine Fahrweise und meine Arbeit gelobt wurde, konnte ich mir ein stolzes Grinsen nicht mehr verkneifen. Und noch weniger, als sie das in der Besprechung nochmal wiederholten. Das zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin – v.a. weil ich in den Bergaufpassagen und Angriffen wirklich gut mithalten konnte und es bei diesem Rennen einzig an der Grundlage gefehlt hat. Aber daran arbeite ich ja bereits und wer weiß, vielleicht kann ich schon nächstes Jahr um eine vordere Platzierung bei diesem Rennen mitfahren …