Logo Anna Knauer

Omloop het Nieuwsblad


Auf in die neue Saison!

So, mein erstes Rennen im RaboLiv-Trikot liegt hinter mir. Das ganze Rennen war ein Auf-und-Ab und letztendlich geprägt von dem Fehler, zu wenig zu essen.

Irgendwie sollte mein Gefühl Recht behalten, dass ich noch nicht wirklich in Rennstimmung bin. Schon am Donnerstag hielt sich die Vorfreude auf dem Weg zum Flughafen ein wenig in Grenzen. Zu groß war das Fragezeichen, ob das Training, das ich bis jetzt in den Beinen hatte, genug war oder ob die sechs Wochen bei der Bundeswehr doch noch ein zu großes Loch offen lassen. Klar habe ich in den zwei Trainingslagern gute Leistungen gezeigt, aber im Wettkampf schauen die Dinge dann doch immer noch etwas anders aus.

Trotz dieser Unsicherheiten (oder vielleicht auch gerade deswegen) war ich am Freitag und auch am Samstag Früh überraschend ruhig und unaufgeregt und hatte sogar beim Frühstücken überhaupt keine Probleme (was ja in den vergangenen Jahren immer wieder anders ablief). Im großen Ganzen strahlen aber auch meine Teamkolleginnen durch ihre Routine eine unheimliche Ruhe aus – da werden z.B. 10 Minuten vor dem Start noch in aller Gelassenheit Startnummern auf dem eigenen Trikot angebracht.

So stand also die gesamte Mannschaft in der allerletzten Startreihe. Aber ich selbst fand mich schon nach wenigen hundert Metern in der Spitze des Feldes wieder und konnte mich da auch bis zum ersten Hügel halten. Das Auf und Ab fing aber schon am Start an, der ja, wie gerade berichtet, gut war. Doch dann begann mein Knie zu streiken und die ersten 20 km kämpfte ich v.a. darum, den Schmerz so gut wie möglich auszublenden. Der tat mir aber irgendwann den Gefallen und verschwand von selbst und ich konnte mich wieder ganz auf das Rennen konzentrieren.

Da ich wusste, dass bei Kilometer 60 der erste Anstieg kommen sollte, wollte ich da so weit vorne wie möglich platziert sein. Das gelang mir zum Glück, denn im Anstieg hatte ich überhaupt keine Chance und musste fast das gesamte Feld an mir vorbeiziehen lassen. Am gleich darauffolgenden (und von mir im Vorfeld sehr gefürchteten) Paterberg lief‘s dagegen wieder richtig gut. Ich konzentrierte mich diesmal nicht darauf, schnell hochzukommen, sondern möglichst nicht absteigen zu müssen, wie ein Großteil der Fahrerinnen vor mir. Danach fand ich mich in einer ziemlich großen Gruppe wieder, die bis ca Kilometer 85 zusammenblieb.

Dann begannen die Pavè-Stücke, auf denen ich richtig Probleme bekam. Ich hatte nämlich bis zu diesem Zeitpunkt nur einen halben Riegel gegessen und konnte nicht mehr den nötigen Druck aufs Pedal bringen. Allerdings fehlte mir dadurch auch die Fähigkeit, mich völlig zu quälen und so verlor ich letztlich bei Kilometer 105 den Kontakt zur Gruppe. Von da an kämpfte ich also alleine und wurde ganz nebenbei 15 Kilometer vor dem Ziel aus dem Rennen genommen. Aber nicht, dass ich vom Besenwagen aufgesammelt wurde: Ich durfte diese letzten 15 km im laufenden Verkehr, bei mittlerweile stärker werdendem Regen und ohne sicher zu wissen, ob ich noch auf dem richtigen Weg bin, schön selber hinter mich bringen. So kann ich nun wenigstens sagen, dass ich das Rennen zu Ende gefahren bin. 
Und als ich am Abend bei meiner Trainerin ankam, bei der ich die nächsten zwei Wochen bleiben darf, kam dann die Nachricht des Tages: Das Kampfgericht hatte beim Zieleinlauf der vorderen Gruppen anscheinend ein Gespenst gesehen, denn im Ergebnis bin ich auf Platz 59 geführt, weit vor den Fahrerinnen, die mich 100 Kilometer vor dem Ziel abgehängt hatten. :D

Jetzt versuche ich, den Omloop het Nieuwsblad abzuhaken und mich auf das nächste Rennen zu konzentrieren. Le Samyn (5.03.) soll nämlich nicht ganz so schwer sein und vielleicht kann ich mich ja jetzt schon besser quälen – im Feld fahren brauch ich nämlich zum Glück nicht mehr lernen.