Logo Anna Knauer

Vita

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Mit Sport habe ich begonnen wie jedes andere Kind auch - beim Kinderturnen. Relativ früh wollte ich allerdings schon eine „richtige“ Sportart ausüben. Nachdem mein Bruder sich schon für Fußball entschieden hatte und meine Eltern vermeiden wollten, dass wir beide in eine Art Konkurrenzkampf unter Geschwistern rutschen, musste ich mir etwas anderes suchen.

Das andere war schnell gefunden, nachdem ich 2003 die Leichtathletik-Weltmeisterschaften im Fernsehen angeschaut hatte. Mein Vater brachte mich zum PSV Eichstätt und ich durfte meine ersten Wettkämpfe bestreiten. In der jüngsten Altersklasse, den Mädchen w8, traf ich auf die Übermacht der Ingolstädter und merkte ziemlich früh, dass meine Zukunft im Ausdauer- und nicht im Sprintbereich liegen würde.

Von der Leichtathletik zum Radsport

Im selben Jahr fuhren wir, also meine Familie, zu einem MTB-Marathon, an dem mein Papa teilnehmen wollte. Er war und ist eine leidenschaftlicher Mountainbiker, weswegen mein Bruder und ich bereits im Kindergartenalter mit Bikes, um die uns andere beneideten, durch die Wälder düsen durften. Bei diesem Rennen wurde auch ein Kids-Race angeboten und ich stand mit meinem Bruder am Start zu meinem ersten Radrennen. Allerdings blieb dies erst mal ohne Folgen.

Ich blieb die weiteren zwei Jahre mit großem Spaß bei der Leichtathletik. Erst als mein Vater 2005 zum zweiten Mal in Folge eine eigene MTB-Veranstaltung organisierte, stand mir der Wechsel zum Radsport bevor. Nach meinem Rennen sprach der damalige Trainer des RCG Weißenburg meine Eltern an, ob ich nicht Lust hätte, mal zum Training vorbeizuschauen. Anfangs wollte ich nicht so recht, da ich meine Freundinnen aus der Leichtathletik nicht verlieren wollte, aber als ich mit dem gelben Vereinsrad nach Hause kam und ab dem Zeitpunkt stolze Besitzerin eines echten Rennenrads war, konnte mich nichts mehr zurückhalten – auch nicht die Tatsache, dass ich die ersten drei Jahre fast ausschließlich gegen männliche Konkurrenz fahren musste.

Erste Rennerfahrungen

Im Nachhinein betrachte ich dies allerdings als Vorteil, weil ich bei den Jungs das Kämpfen gelernt habe und schon früh erfahren habe, was es heißt, sich zu „quälen“. Ein Freifahrtschein in die Spitze der Radsportlerinnen ist dies aber nicht. Das musste ich bei meiner ersten Deutschen Meisterschaft leidvoll erfahren. Vor lauter Aufregung musste ich mich in der Früh vor dem Start übergeben und hatte eines der schlechtesten Rennen meiner „Karriere“ vor mir. Ich hatte einfach noch nicht begriffen, wie ich einem Rennen meinen eigenen Stempel aufdrücke. Dazu kamen Wadenkrämpfe und ein völlig verpatzter Schlusssprint, in dem es nur zu Platz 13 und einer tränenreichen, stundenlangen Heimfahrt reichte. Jahre später werte ich dieses Rennen jetzt aber als eine der wichtigsten Erfahrungen. Denn jetzt weiß ich, dass die eigene Leistung nicht vom Ergebnis eines Rennens abhängt und ich jeden Wettkampf allein nach meinen Zielen bestreite und mich nicht von Außenstehenden unter Druck setzen lassen darf.